„Schlafen, aufwachen, essen, mehr nicht“
von Dr. Simon Goebel
Ihr Tagesablauf sei vom eintönigen Rhythmus der Essensausgaben strukturiert, berichten die Interviewpartnerinnen und Interviewpartner. „Schlafen, aufwachen, essen, schlafen, aufwachen, essen – mehr nicht“, beschreibt ein Befragter seinen Alltag. Wer nicht arbeiten oder einen Sprachkurs besuchen darf, kann nicht viel mehr tun als warten und hoffen. Warten auf die Entscheidung über den Asylantrag. Warten auf einen Transfer in eine andere Unterkunft. Hoffen, nicht abgeschoben zu werden oder arbeiten zu dürfen.
Ein Gesprächspartner berichtet mir, dass wichtige Anliegen wie Krankheiten vom zuständigen Lager-Personal nicht ernst genommen werden: „Wenn wir krank sind, sagen sie uns ‚Trink genug Wasser!'“
Manche hoffen auf einen baldigen Transfer in eine Gemeinschaftsunterkunft. Andere verharren in Apathie oder versuchen die Situation zu „ertragen“, wie es ein Befragter ausdrückte, wieder andere werden depressiv.
Meine Anmerkungen: Jeder Mensch hat das Recht respektiert und menschenwürdig behandelt zu werden.
Um diese Situationen zu verstehen, stelle ich mir vor, dass ich in einer derartigen Lage wäre. Wie würde ich reagieren? Wie würde ich mich verhalten? Was würde ich denken, über mich und über die anderen? Was fühle ich?
Danach nehme ich mir Zeit darüber nachzudenken. So kann ich in etwa nachempfinden, was in diesen Menschen vor sich geht. So gelingt es, Verständnis aufzubauen. Ich kann mein Handeln darauf einrichten und eine sinnvolle Unterstützung geben. Das empfehle ich sowohl Beamten und Politiker als auch Sozialarbeiter oder ehrenamtliche Helfer.
Welche Erfahrungen hast du?